7 Gründe warum Eltern die besseren Growthhacker sind

Growth Hacker werdenVor allem in den USA ist Growth Hacking oder Growth Marketing in aller Munde und gilt dort schon als das „nächste Social Media“ oder den Nachfolger von „SEO“, da dies ja schon bekanntlich lange tot ist. Growth Hacking ist dabei nichts anderes, als die Kombination von cleveren, (möglichst) automatisierten Werbemaßnahmen mit datenbasierten Aktivierungsmaßnahmen der gewonnen User. Einfach oder? Nein nicht wirklich. Ich bin jetzt schon seit gut 9 Jahren Growth Hacker und nun auch schon seit 7 Monaten glücklicher Papa. Papa? Was hat das jetzt mit Growth Hacking zu tun? Ganz einfach, in diesem Blogpost möchte ich aufzeigen, dass es zwischen Eltern sein und Growth Hacker sein ganz schön viele Parallelen gibt. Viel Spaß!
Babylove

1. Das gleiche Ziel: Healthy Growth

Genau wie beim Growth Hacking ist beim Eltern sein das Ziel „healthy Growth“, also das gesunde Wachstum meines Produktes bzw. meines Kindes. Hört sich doof an, ist aber nun mal so. Produkte und Kinder sollten gesund wachsen. Nicht zu schnell, nicht zu langsam und vor allem immer mit Bedacht und dem Fokus auf die Gesundheit. Was ein gesundes Kind ist, sollte wohl jedem klar sein. Aber was ist ein gesundes Produkt? Für mich ein Produkt, welches auf dem jeweiligen Markt gemäß des Produkt-Markets-Fits entsprechend gut ankommt, so dass die gesetzten Wachstumsziele erreicht werden können.

2. Teamwork

Die wenigsten Produkte schaffen es mit nur einer einzigen Person richtig groß zu werden. Genau wie beim Kinder groß ziehen. Natürlich gibt es alleinerziehende Eltern, aber klar ist doch, dass es zu zweit und mit Unterstützung der Freunde und Familien deutlich besser funktioniert. Das gleiche gilt für den Aufbau eines Unternehmens. Je mehr man Aufgaben verteilen, sich abwechseln, oder einfach nur gegenseitig unterstützen kann, desto schlagkräftiger ist das Produkt und entsprechend stressfreier auch die Kindererziehung.

Natürlich geht damit auch einher, dass Entscheidungen nicht mehr einfach so allein getroffen werden. Diskussionen und Komprisse gehören zum Tagesgeschäft. Kommt jedem Unternehmer und ganz sicher auch jedem Elternteil sehr sehr bekannt vor, da bin ich sicher.

3. Der Kunde bzw. das Kind entscheiden

Customer Centric Development bedeutet Features und Produkte immer mit Hilfe von frühestmöglichem Kundenfeedback zu entwickeln und anzupassen. Das garantiert nicht den Erfolg, verhindert jedoch oftmals, dass größere Investitionskosten durch viel zu lange Entwicklungs- und Planungszyklen in den Sand gesetzt werden.

Aber wo ist die Parallele zur Kindererziehung? Ganz einfach, Eltern können Bücher, Blogs und Praxistipps lesen so viele sie möchten. Die Kindererziehung ist so individuell, dass sich in der Realität vieles sowieso für einen selbst und sein Kind anders herausstellt. Jedes Elternteil im Einzelnen, jedes Elternpaar zusammen und natürlich jedes Kind sind sowas von individuell, so dass ein Zusammenspiel dieser „Parteien“ erst recht nicht gemäß der Norm ablaufen können.

Meine persönliche Empfehlung ist hier die gleiche wie bei der Anwendung des Scrum Frameworks. Man sollte die Theorie, sprich die Literatur nur als Ideen, Anregungen und Best Practices ansehen – aber nicht als etwas nachdem man zu 100% sein Kind zu erziehen hat. Sowohl Euer Kind als auch Euer Produkt werden es Euch danken.

4. Geduld ist eine Tugend

Geduld ist nicht wirklich meine persönliche Stärke. Aber ein nicht-wegzudiskutierender Punkt im Unternehmen, als auch bei der Kindererziehung. Wer keine Geduld hat, trifft falsche Entscheidungen und macht sich das Leben unnötig schwer. Hört sich leichter an, als es ist in der Realität ist – ich weiß.

Das Kind

  • hat noch keine Haare,
  • dreht sich noch nicht (auch schon im Bauch der Mutter vor der Geburt),
  • krabbelt nicht,
  • schreit angeblich nur,
  • ist zu ruhig,
  • ißt noch keinen Brei,
  • trinkt zu viel,
  • schläft nicht durch (haha – kein Baby tut das!),
  • ist zu klein,
  • ist zu groß,
  • Kopf ist zu klein,
  • Kopf ist zu groß,
  • kackt zu viel,
  • ….

im Vergleich zu allen anderen in seinem Alter. Ne, ist klar. Hier und bei unzähligen weiteren Beispielen ist meistens einfach nur Geduld gefragt. Das wird schon.

Im Vergleich dazu, das Produkt

  • verkauft sich allgemein zu schlecht
  • verkauft sich zwar in Land A gut, aber in Land B zu schlecht
  • ist zu billig
  • ist zu teuer
  • braucht eine neue Website
  • braucht mehr Features
  • braucht weniger Features
  • braucht mehr Werbung
  • benötigt aber mehr Angestellte
  • kostet aber zu viel
  • ….

und auch hier ist die Konkurrenz natürlich immer schneller, besser, profitabler und macht sowieso alles richtig. Alles quatsch, entspannt Euch. Die Konkurrenz gut beobachten ist richtig, aber ein guter Growth Hacker konzentriert sich auf sein Produkt, da er weiß, dass es das Beste ist. Genau wie bei den Babys.

5. AB-Testing

Alle Problemchen die es zu lösen gilt, lassen sich natürlich immer wieder mit einem komplett aufwändigen Radikalschlag ändern (sehr teuer und nervenaufreibend), oder wir passen immer weiter in kleinen Schritten in Richtung des Ziels „User Growth bzw. Kind Growth“ an.

Iterative Entwicklung nennt sich das in der Produktentwicklung. Am einfachsten ist dies, wenn man immer nur eine einzige Änderung durchführt und deren Effekt auf das Gesamtziel misst. Also Beispiel Variante A einer Headline 50% der User sehen lässt und Variante ‚B den anderen 50 Prozent zeigt. Dann schauen wir beispielsweise welche Variante mehr Abschlüsse oder Klicks bewirkt hat. In der Realität lassen sich aber auch problemlos einige AB-Test (oder auch Split-Tests genannt) parallel ausführen, ohne diese korrelieren zu lassen. So wird man schneller.

Auch die Kindererziehung ist ein beständiges Try-and-Error. Das Kind ißt keinen Brei, dann müssen halt verschiedene Uhrzeiten, Breisorten, Sitzpositionen, Löffel und und und ausprobiert werden. Bis das Ganze funktioniert. Das gleiche gilt für beliebig viele Beispiele vom Schlafen, über Krabbeln bis hin zum Essen. Ohne die bereits angesprochene Geduld ist hier nichts zu holen. Versprochen.

6 . Budget ist fix

Genau wie im Unternehmen, wo bestenfalls ein fixes Budget zur Verfügung steht, gibt es auch im Haushalt „leider“ nur ein fixes Budget, gemäß der Monatsgehälter – oder wo auch immer die Familien ihre Kohle her beziehen.

Die Erfolgsformel ist dabei ganz einfach, auch ohne abgeschlossenes BWL-Studium. Irgendwann muss mehr in die Kasse kommen, als ausgegeben wird. Temporär, für größere Anschaffungen, geht das sicher auch anders, aber eben nicht langfristig.

Startups scheitern oft am fehlenden Marketing-Budget, da alles in die initiale Produktentwicklung geflossen ist. Familien scheitern hingegen an den Anschaffungen wie Kinderwagen, Kinderzimmer-Ausstattung, Arzt-Impfkosten, Babyklamotten, Nahrung, Spielzeug, Kita-Gebühren, größere Wohnung, Auto,  und und und.  Wer hier nicht langfristig auf die Kohle achtet, verliert das Spiel und landet bei Peter Z. beim RTL.

7. Babylove meets Productlove

Mein persönlicher Lieblingspunkt. Man könnte auch einfach sagen „Passion never fails.“ Egal was ihr macht Unternehmer sein, Growth Hacker oder eben glückliche Eltern sein – ohne Liebe und Leidenschaft zu Eurem Produkt/Baby werdet ihr scheitern.

Dabei ist die gute Nachricht, dass es fast immer gut geht, wenn genügend #babylove oder#productlove am Start ist. Die schlechte Nachricht ist, dass man Liebe und Leidenschaft leider nicht lernen kann, sondern entweder im Charakter drin hat, oder eben nicht.

Ich kann für mich nur sagen, dass es das schönste Geschenk ist, meinen Babies täglich beim Wachsen helfen zu dürfen. Besonders für mein eigenes – das süßeste Baby der Welt, das gerade in diesem Moment neben mir auf der Couch endlich eingeschlafen ist 😉

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